Hintergründe

 

„Nicht was wir gelebt haben, ist das Leben, sondern das, was wir erinnern und wie wir es erinnern, um davon zu erzählen.“

Gabriel Garcia Marquez (Motto seiner Memoiren „Leben, um davon zu erzählen“. Fischer Taschenbuch, 2004)

 

Unterschiede und Gemeinsames

 

in diesem Buch erhalten Menschen Raum für Geschichten über ihre Erfahrungen und Erlebnisse, stellen ihre ganz persönliche, subjektive Lebenswelt und Weltsicht dar. Es ist ein Buch über menschliche Wünsche und die Übernahme von Verantwortung.

Die hier folgenden Geschichten interkultureller Begegnung erheben keinen Anspruch, wissenschaftliche Tatsachen darzustellen. Sie sind geschrieben in der emotionalen Befindlichkeit von individuellen Persönlichkeiten. Dies trägt der einzigartigen, konstruktivistischen Lebenswelt aller Beteiligten Rechnung. Jede/r Autor/in erschuf und erschafft täglich die eigene Welt. Wir alle schreiben täglich unsere eigene Geschichte.

 

Bei allen individuellen Unterschieden in Wahrnehmung, Ausdrucksweise und Lebenswelt – bedingt durch persönliche Erfahrungen und Sozialisation – lässt sich ein gemeinsamer Nenner finden: Die menschliche Suche nach sich selbst, nach Glück und Sicherheit.

So unterschiedlich manches an der Oberfläche erscheint, so ähnlich sind wir in unserem Mensch-Sein.

 

 

 

Empathie und Perspektivenwechsel als Basis.

Dieses Buch ist im Rahmen persönlichkeitsbildender und beziehungsorientierter Peer-Programme entstanden. Das ist kein Zufall. Ein (interkulturelles) Umfeld so zu gestalten, dass es eine Bereicherung für die Menschen darstellt, erfordert (neben anderen Voraussetzungen) personale und soziale Kompetenzen. Diese werden in den Geschichten immer wieder angesprochen – Selbstreflexion und Selbsterkenntnis, Achtsamkeit und Empathie, die Fähigkeit eines Perspektivenwechsels.

Persönlichkeitsbildende und -stärkende Maßnahmen sowie Programme sind in Schulen von höchstem Wert – sie sind unentbehrlich. Sie bilden nicht nur die Basis für Schule und Lernen, sondern auch eine Grundlage der Gesellschaft von morgen. So fasst es auch Stefan Klein zusammen, der in seinem Vergleich großer philosophischer und religiöser Lehren folgende Schlussfolgerung findet:

 

„Sosehr sich die Praktiken im Einzelnen unterscheiden, eine Empfehlung geben sie alle: Der Mensch soll lernen, die Perspektive zu wechseln. Denn so schafft seine Vorstellungskraft die Voraussetzung, sich um andere Personen ohne Ansehen ihrer Herkunft zu sorgen. Wer sich wirklich in sein Gegenüber hineinversetzen kann, fragt nicht mehr danach, welcher Gruppe der andere angehört.“

Klein, Stefan (2011): Der Sinn des Gebens. Warum Selbstlosigkeit in der Evolution siegt und wir mit Egoismus nicht weiterkommen. 1.Auflage. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, S.247